DRC/JGHV/VDH/FCI

   

Die Dänische Markprøve

Zuerst einmal:

Was ist eine Markprøve?

Es gibt drei verschiedene Markprøven in Dänemark (A, B und C). 

Die Markprøve A ist eine Apportierprüfung mit warmem Wild, die an einem Jagdtag stattfindet. Die Markprøve A wird in einer Offenen- (Aben Klasse) und einer Sieger-Klasse (Vinder Klasse) abgehalten. Damit ein Hund an einer A-Prüfung in der Offenen Klasse teilnehmen kann, muss er mindestens ein mal die Offene Klasse einer Markprøve B mit einer 1. Prämie bestanden haben. Um in der Gewinner-Klasse zu starten, muss er mindestens ein mal eine 1. Prämie in der Offenen Klasse erreicht haben. In der Offenen Klasse werden Prämien für die Qualität der Arbeit vergeben (1. - 3. Prämie) oder das Team hat nicht bestanden (0) oder wird wegen eines schweren Fehlers von der weiteren Prüfung disqualifiziert. In der Sieger-Klasse konkurrieren die Teams um die Plätze 1 - 4, wobei diese Teams dann Zertifikate bekommen können

In der Markprøve B werden jagdnahe Aufgaben gestellt, die mit kaltem Wild abgehalten werden. Es wird (Nieder-)Wild benutzt, das in Dänemark bejagd wird, außer Raubwild. Allerdings kommen hier auch Stallkaninchen und Zuchttauben vor, für manche Hunde sehr gewöhnungsbedürftig. Die B-Prüfung wird in einer Anfänger (Begynder)-  Offenen (Aben)- und Sieger-Klasse (Vinder Klasse) abgehalten. Auch hier werden in der Anfänger- und Offenen-Klasse je nach Arbeitsqualität die Prämien 1-3 vergeben oder eben auch "nicht bestanden" (0) oder "disqualifiziert" (D). Um auf der Markprøve B zu starten, muss der Hund eine Begleithundeprüfung (Brugsprøve) vorweisen, sie kann aber auch an dem selben Tag vor der Markprøve abgelegt werden. Es reicht hier auch eine in Deutschland bestandene Begleithundeprüfung aus. Zum Start in der Anfänger Klasse werden außerdem nur Hunde ab einem Alter von 12 Monaten zugelassen, in der Offenen Klasse muss der Hund mindestens 20 Monate alt sein oder in der Anfängerklasse eine 1. Prämie erreicht haben. In der Sieger-Klasse konkurrieren die Teams auch hier um den 1. - 4. Platz, wobei auch hier Zertifikate vergeben werden können, wenn die Leistung ausreichend ist.

Die Markprøve C ist eine inoffizielle Prüfung, die aber abgehalten und bewertet wird wie die A und B-Prüfung. Auch die Teilnahmevoraussetzungen sind die gleichen. 

 

Und hier unser Bericht von der Markprøve B am 22.05.2004 in Kulso

 

Foto: Christiane Roßner

Unsere vierbeinige Dänemark-Truppe: v. l. n. r.: Gismo, Bjuka, Label, Raver, Amber und Candy

 

Fotos von Haus und Garten


Es war ein super interessantes und schönes Wochenende und ich war das erste, aber sicher nicht das
letzte Mal in Dänemark auf einer Markpr
øve!
Am Freitag reisten wir mit fünf Personen und sechs Goldens an. Es war eine wirklich super nette Truppe, bestehend aus: Christiane Roßner mit Raver und Vision Label of Graceful Delight, Patricia Grewig-Krause mit Bjuka von der Fuldaaue, Sonja Düber mit Douglas von der Pfannkuchenwiese (Gismo), mein Mann Boris - der Hahn im Korb ;-) und dann natürlich ich mit Amber und Candy. Nach der langen Fahrt war erst mal Austoben am Strand und im Meer angesagt - ein Riesenspaß für alle Vier- und Zweibeiner ;-) 

Foto: Claudia Borchert

Label, Raver und Amber

 

 

Foto: Claudia Borchert

Label und Raver

 

Foto: Claudia Borchert

 Candy und Amber

Foto: Claudia Borchert 

Label und Raver, im Hintergrund Candy

strand6.jpg (111302 Byte) 

Amber

Foto: Christiane Roßner 

Label, Raver, Amber und Candy

Danach fuhren wir zu einer bekannten Fastfoodkette um uns erst mal die Bäuche voll zu schlagen. Wieder zu Hause ließen wir den Abend mit einer Flasche Wein und dem Studieren der Wegbeschreibung für den morgigen Tag ausklingen.
Am Samstag ging es früh raus, denn wir mussten von unserem Häuschen am Strand noch einige Kilometer bis nach Kulso fahren. Wir kamen dort um 7:30 bei herrlichstem Sonnenschein an - der aber recht schnell in richtiges "Sauwetter" umschlug! Von heftigem Sturm über Niesel- und Platzregen bis hin zu Hagelschauer war alles dabei!
Ich hatte Candy in der Anfänger-, Amber in der Offenen Klasse gemeldet. Insgesamt gemeldet waren dort (inkl. Sieger-Klasse) 137 Hunde! Candy ging als Startnummer 34, Amber als 78 an den Start - dementsprechend lang war auch die Wartezeit, doch toll war, dass man mit anderen Startern mitgehen konnte und sehr gut zuschauen konnte. In jeder Klasse gab es drei Richter. War ein Hund mit den ersten Aufgaben fertig und außer Sicht- und Hörweite, startete der nächste Hund mit dem nächsten Richter bei Aufgabe eins. Das heißt nicht jeder Teilnehmer hatte den selben Richter, doch dieses Prinzip lies es natürlich zu, eine recht hohe Meldezahl bis zum Nachmittag zu prüfen.

Erst während der Prüfung erfuhren wir von einer dänischen Teilnehmerin, dass Kulso das in Dänemark schwierigste Prüfungsgelände zu bieten hat und die Prüfungen in Kulso deshalb besonders angesehen werden.

Aufgeregtes Warten ...

 

Die Aufgaben in der Begynder Klasse:

Einzelmark ins Wasser, wobei das Team in einem bewaldeten
Hang stand u. der Hund durch Morast u. Schilf auf die offene

Wasserfläche musste, um die Taube zu holen (ca. 50 m).

Ein Einzelmark an Land ins Unterholz, Fallstelle nicht sichtbar (ca. 30 m).

Candy bei der Suche auf Enten, Foto: Patricia Grewig-Krause

Ente gefunden! Candy bei der Suche in Wald und Schilf

candyproevec.jpg (65913 Byte)

Frei bei Fuß über schmale Stege und Wege von Aufgabe zu Aufgabe...

Candy beim Einzelmark, Foto Patricia Grewig-Krause

Spannung! Eine Taube fällt ins Unterholz.

Eine Suche auf drei Enten im Wald/Schilf (Unterholz mit
angrenzendem Schilfgewässer). Der Hund sollte selbständig die Geländewechsel annehmen und Schilf und Wald durchsuchen.

Ein Einzelmark ins Schilf (ca. 20 m).

 

 

Zum Schluss dann eine Suche im Wald auf Kaninchen und Tauben, es waren sechs Stücke ausgelegt.

Der Hund sollte von Aufgabe zu Aufgabe frei bei Fuß gehen.  

Candy durchlief alles total souverän (man kann auch sagen: er machte einen Spaziergang dadurch) wir bekamen eine 1.
Prämie! :-)

In der Offenen Klasse musste ich mit Amber leider einen
Wermutstropfen hinnehmen, obwohl ich auf die Leistung sehr
stolz bin...

Die Aufgaben waren: 

Doppelmarkierung im Schilf. Das Team stand knöchelhoch im Morast eines Schilfgewässers. Dann wurde eine Taube in ca. 30 m ins Schilf geworfen. Nun bewegte sich der Schütze noch einige Meter durch das Schilf u. die zweite Taube fiel in ca. 50 m fast auf einer Linie hinter die erste Taube. Wenn sich der Hund mit der zweiten Taube auf dem Rückweg befand wurde ein Schuss neben dem Hundeführer in die entgegen gesetzte Richtung abgegeben. Nun musste der Hund an der Uferkante durch das Schilf auf eine ca. 60 m entfernte im Wasser liegende Ente eingewiesen werden. Alles war sehr morastig u. unübersichtlich, da nicht nur das Schilf, sondern auch herabhängende Äste der steilen Uferböschung die Sicht auf den Hund versperrten. Gebracht werden musste hier eine völlig vollgesogene u. damit ziemlich schwere Eiderente. Dann frei bei Fuß folgen zur nächsten Aufgabe: Eine Markierung mit Taube einen Waldhang hinunter, Fallstelle nicht sichtbar. In dem Moment, wo der Hund das Stück abgibt, wurde genau neben dem Hundeführer ein Schuss in die entgegengesetzte Richtung in den Wald abgegeben. Der Hund sollte nun auf ein Kaninchen in ca. 60 m Entfernung in den nach links abschüssigen Wald eingewiesen werden. Die Schwierigkeit lag darin, dass, wenn der Hund zu weit nach links abdriftete (durch den Hang bedingt), er Witterung vom Suchengebiet der nächsten Aufgabe bekam. Als ich Amber ganz glücklich und recht schnell am Kaninchen hatte und sie damit zurück kam, zeigte mir der Richter nach eingehender Untersuchung der vorher gebrachten Taube das
"kleine" *ähem* Loch darin (zumindest die Leber konnte ich sehen!!!) ;-(((

Tja - die schwierigsten Aufgaben bestanden und nun das!!!

Ich dürfte aber mit Amber die Prüfung bis zum Schluss laufen (was bei einer Disqualifizierung eigentlich nicht üblich ist), damit Christiane und Raver, die nach mir dran waren, den zweiten Hund bei der Suche haben.

Die erste Suche fand im Wald statt, der Hund musste einen Hang hinunter in das Suchengebiet, dass vom Unterholz bis in einen dahinterliegenden Schilfgürtel reichte. Es waren Stockenten und Eiderenten ausgelegt. Die Hunde saßen hier nebeneinander und wurden abwechselnd ins Suchengebiet geschickt. Dann ging es weiter zur zweiten Suche in ein offenes, hügeliges Gelände mit niedrigem Bewuchs (niedrige Sträucher, Totgras). Hier wurden erst beide Hunde einzeln hineingeschickt, um ein Stück zu finden. Danach wurden die Hunde gleichzeitig geschickt und sollten eine Eigenständige Suche zeigen, ohne sich dabei zu stören, hinterherzulaufen oder sich gar gegenseitig die Beute abzujagen. Das war für unsere beiden Mädels allerdings kein Problem. In dieser Suche waren Kaninchen, Stockenten, Eiderenten, Möwen und Tauben ausgelegt. Die beiden Suchen hat Amber auch ganz gut gemacht, wobei sie bei der letzten schon etwas unkonzentriert war u. mehr dadurch "spaziert" ist, nicht tief genug ging und ich sie schon etwas motivieren musste, sie aber dennoch drei Stücke brachte.

Wenn man dann doch noch die komplette Prüfung gut durchläuft, ist diese Disqualifizierung durch das Anschneiden bzw. zu harte Zufassen sicher noch ärgerlicher, vor allem, wenn es im Training noch nie vorkam - denn es ist vielleicht was anderes, wenn man merkt, der Hund war vom Ausbildungsstand eh noch nicht so weit für eine solche Prüfung... nun ja, ich weiß wenigstens, was ich üben muss: Tauben tragen!!!

Die Abschließende Beurteilung durch den Richter war wirklich sehr zufriedenstellend - doch am schönsten war dann der Satz: "Very good marking but there was a little hole in the bird"!!!!!!!!

Amber am Strand vor einem Boot, Fotos: Sonja Düber

... aber kann man dieser Maus denn böse sein?!

Den langen, anstrengenden aber sehr schönen, lehrreichen und interessanten Tag ließen wir dann zu Hause mit einer Flasche "Siegersekt" und "Miracoli" (in das ich mein ganzes Können an Tüten aufreißen, Zusammenschütten und Rühren steckte) ausklingen. Gut, die Flasche Prosecco und Wein, die wir dann noch tranken, brauch ich doch nicht erwähnen, oder ;-)))

Am Sonntag morgen schliefen wir erst mal aus (zumindest bis 8 Uhr) und packten unsere Sachen. Ich ging nach dem Frühstück mit meinen zwei nochmal an den Strand. Um 10 Uhr saßen dann alle im Auto und auf ging´s zu einer Heimreise, die ziemlich lang dauern sollte! Zehn Stunden quälten wir uns von einem Stau zum nächsten bis wir hungrig und müde endlich um 20 Uhr zu Hause waren. 

 

Danke an:  Christiane (Renssor)

                      Patricia      (Summoner´s Tale)

&                   Sonja           (Düberweb)

für die Bereitstellung einiger Fotos!

 

zurück

 

Claudia Borchert | Fawnquest Golden Retriever | email@fawnquest.de

  Ihr Name