|
Ursprünglich stammt
das Arbeiten mit Dummies aus England (Dummy = Atrappe). Dummies werden
anstelle von Wild zum Apportieren verwendet. Es sind mit
Kunststoffgranulat oder Sägemehl gefüllte Segeltuch- bzw.
Canvasstoff-Säckchen. Diese gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen - vom
Welpen- über das Juniordummy (200-400g) bis hin zum 5 kg schweren Dummy
für die Einarbeitung auf schweres Wild. Auch gibt es spezielle
Wasserdummies aus Kunststoff sowie Dummies mit Kanin- oder Fuchsfell
überzogen. Auf Workingtests (Wettbewerb mit Dummies, unterteilt in
Anfänger-, Fortgeschrittenen- u. Siegerklasse) und Prüfungen werden die
schwimmfähigen, grünen 500 g "Standard-Dummies" verwendet.

In der Arbeit mit
Dummies sollen jagdnahe Situationen nachempfunden werden, ohne mit Wild
arbeiten zu müssen. Dies hat vor allem auch jagdethische Gründe, da
waidgerechtes Arbeiten ja nun mal nur mit einem fertig ausgebildeten Hund
möglich ist. Mit der Dummyarbeit wird der Hund auf die verschiedensten
Situationen, die auf einer Niederwildjagd vorkommen können, vorbereitet,
ohne mit echtem Wild arbeiten zu müssen. Die Dummyarbeit ist in jedem Fall
ein wichtiger Beitrag zum Erhalt typischer Arbeitseigenschaften der
Retriever und eine sinnvolle, den Anlagen eines Retrievers entsprechende
Beschäftigung - ob als Aufrechterhaltung des Ausbildungsstandes außerhalb
der Jagdsaison oder als sinnvolle Beschäftigung des nicht jagdlich
geführten Retrievers - und das sind wohl die meisten!
Mit Dummies werden
jagdnahe Situationen simuliert, der Retriever außerhalb der Jagdsaison
"fit" gehalten und nicht jagdlich geführte Retriever sinnvoll und
rassegerecht beschäftigt. Dennoch bleibt es natürlich nicht aus, den Hund
mit echtem Wild vertraut zu machen, soll er später auch jagdlich
eingesetzt werden!
Im
DRC
wird die Dummyarbeit als eigenständige Sparte der Hundearbeit mit
Prüfungen verschiedenster Schwierigkeitsgrade (Anfänger, Fortgeschrittene,
Sieger) betrieben. Die Spannweite reicht von derDummyprüfung für Anfänger
über Workingtests der drei unterschiedlichen Niveaus (A, F, S) bis hin zur
deutschen Meisterschaft (German Cup) und deutschen Junghunde Meisterschaft
(New Comer Trophy). Darüber hinaus wird auch alljährlich eine
Europameisterschaft (International Working Test) ausgetragen. Die
Aufgabenstellungen beinhalten die klassischen Retriever-Arbeitsweisen, den
Einzelnen Klassen entsprechend weniger oder mehr schwierig
(Arbeitsdistanzen, Geländewechsel, Aufgabenstellungen). man geht dabei von
Szenarien aus, wie sie auf englischen Gutsjagden (Niederwildjagden)
vorkommen können. Im Einzelnen sind dies:
Markierung (Marking)
Bei der Markierung
sieht der Hund nach Schuss ein oder mehrere Stücke (Mehrfach-Markierung)
fallen. Dabei sieht er entweder die ganze Flugbahn oder nur einen mehr
oder weniger großen Teil von ihr. Der Hund soll sich nun die Fallstelle(n)
- auch über einen längeren Zeitraum hinweg - merken, die Distanz(en)
richtig einschätzen und "markieren". Auf einmaligen Befehl soll er
möglichst auf direktem Weg zur Fallstelle laufen, das Stück aufnehmen und
auf kürzestem Weg zum Hundführer bringen. Ebenso gibt es natürlich
Markierungen im Wasser, wobei sich der aus dem Wasser kommende Hund erst
nach korrekter Abgabe des Dummies schütteln sollte.
Suche
Bei der Suche konnte
der Hund den Fall des Stückes nicht beobachten und auch der Hundeführer
weiß nicht genau, wo das/die Stück(e) gefallen sind. Er kennt nur den
ungefähren Bereich. Der Hund soll nun ausdauernd, selbständig und
systematisch das Gelände absuchen und dabei guten Nasengebrauch und
Finderwillen zeigen. Hat der Hund ein Stück gefunden, soll er es sofort zu
seinem Führer bringen. Der Hund sollte auch auf Befehl mehrfach das
Gelände annehmen können, um nach weiteren Stücken zu suchen.
Einweisen
Beim Einweisen weiß
der Hundeführer, wo ein oder mehrere Stücke liegen, der Hund hat jedoch
den Fall nicht wahrgenommen. Der Führer dirigiert nun mittels sichtbarer
(Handzeichen) und hörbarer (Pfeifsignale) Zeichen den Hund in dieses
Gebiet. Dort beginnt der Hund nach Aufforderung (Suchen-Pfiff) mit einer
selbständigen Suche. Der Hund sollte hierbei folgende Richtungsweisungen
und Befehle kennen:
- Voranschicken
aus der Grundstellung heraus
Der Hund sitzt links
in Grundstellung neben dem HF und soll dem ausgestreckten Arm nach in
gerader Linie loslaufen, bis ein anderes Kommando (Stopp-Pfiff,
Suchen-Pfiff) folgt.
- Voranschicken
"über Kopf"
Der Hund befindet
sich in beliebiger Entfernung vor dem HF und soll weiter in dieser Linie
voranlaufen.
- Rechts schicken
- Links schicken
Der Hund befindet
sich in beliebiger Entfernung vor dem HF und soll nach rechts (bzw. links)
parallel dem Arm in gerader Linie laufen.
Desweiteren sind
folgende Kommandos unabdingbar:
- Zurückkommen
(hier)
-
Sitz(Stopp)-Pfiff
- Suchen-Pfiff
|