Field Trial auf Enten

Naja, eigentlich viel zu berichten gibt es hier nicht. Erst am Abend zuvor vom Urlaub zurück, war ich wohl noch in Urlaubsstimmung und noch nicht wieder ganz bei der Sache.
Wir kamen überpünktlich in St. Benoit an  – da war selbst die Sonderleitung noch nicht da 😉 Ich machte mit Duchess noch einen kleinen Spaziergang und erkundete schon mal ein wenig die Umgebung. Ein herrlich großer Schilfsee, an den sich noch weitere kleinere Seen anschlossen. Viel Schilf, Seerosenblätter und Binsengras machten das Gelände für ein Trial auf Enten perfekt – und nicht einfach. So langsam kamen auch die anderen Teilnehmer an, auch Sven mit Julia war wieder mit dabei. So sahen wir uns nach der Anmeldung wieder erst das Trial a la française an und streiften noch etwas durch das Revier. Nach dem Mittagessen waren wir dann endlich an der Reihe mit dem Open Trial. Duchess saß in der ‚Line‘ 5 m vor der Wasserkante und es wurden einige Enten geschossen, die rechts, links und genau vor uns auf’s Wasser und ins Schilf fielen. Es verlangte schon einiges an ‚Steadyness‘ ab! Duchess‘ Hals wurde immer länger, sie war extrem gespannt aber blieb ruhig neben mir sitzen, beobachtete das Treiben genau. Ich habe mir drei Enten ganz rechts von mir auf dem Wasser gut merken können – eine konnte ich sogar gut sehen und einen Erpel, der nur in ca. 25 m vor uns gefallen war, aber in den Binsen landete. Nachdem die ersten beiden Hunde neben mir je eine Ente von den dreien ganz rechts von mir gearbeitet hatten, waren wir an der Reihe. Der Richter stellte mir frei, auf welche Ente ich schicke. Und was mach ich? Ich denke zu viel nach und höre nicht auf mein Bauchgefühl. Die Ente rechts auf dem Wasser konnte ich zwischen den Seerosenblättern genau sehen, ich hätte Duchess aber sehr schräg zur Wasserkante ansetzen müssen. Hatte Angst, dass sie „rändelt“ und erst mal an der Wasserkante entlang läuft. Aber ja und? Wäre doch egal. Ins Wasser bekommen hätte ich sie ja! Aber statt das ich den sicheren Apport wähle, schicke ich Duchess ins Ungewisse „irgendwo in die Binsen“ vor mir, halte sie immer zu sehr mittig. Sie nahm auch immer schön mein ‚Handling‘ an. Ich wusste zwar am Rand der Binsen ist ein Erpel runter, aber nicht genau wo. Dann ging sie etwas zu weit links in die Binsen, suchte dort alles ab, es war extrem schwierig für den Hund sich da durch zu arbeiten. Dann musste ich sie leider zurück rufen… Philippe Laronde (unser Richter) sagte mir dann noch, dass es leider genau die falsche Entscheidung von mir war. Ich hätte Duchess auf jeden Fall auf die „sichere Ente“ rechts schicken sollen. Ja… hätte… Vielleicht wollte ich ihm ja auch beweisen, was „seine“ Loona mir da für eine tolle Tochter geschenkt hat…
Der Golden, der nach mir dran war, fand in den Binsen, aber ganz links am Ufer, da hatte Duchess nicht gesucht weil ich sie immer mehr rechts davon gehalten hatte. Er kam zwar durch eine reine Freiverlorensuche zum Stück und durfte auch viel länger suchen als Duchess, aber ja, es nutzt ja nichts. Er hatte eine Ente und Duchess eben nicht. Das war ein recht kurzes Gastspiel von uns mit noch nicht mal einem einzigen Apport. Aber das ist eben Field Trial.
Zum Schluss holte dieser Golden, der Duchess geeywiped hatte dann die falsche Ente – es war die, auf die ich Duchess schicken wollte. Sie war in der Zwischenzeit durch die Wasserbewegungen der arbeitenden Hunde in den Binsen komplett woanders hingetrieben. Das hatte weder ich noch der Führer des anderen Golden gesehen, so hatte er eben die falsche Ente geholt! Sven und Julia hatten mehr Glück, sie machten ein „tres bon“ mit Platz 3! Herzlichen Glückwunsch nochmals!
Trotz dieses Pechs, das ich komplett auf meine Kappe nehmen kann, sollte es doch noch ein schöner und lohnender Tag für uns werden, denn den sonnigen Nachmittag und das super Gelände haben Sven, ich und noch eine weitere Teilnehmerin aus der Schweiz genutzt, um noch ein schönes kleines Training abzuhalten. Wir nahmen uns einige der frisch geschossenen Enten und verschwanden in den hinteren Revierteil an einen weiteren großen Schilfsee. Dort arbeiteten wir weite ‚Blinds‘ und ‚Markierungen‘ über’s Wasser und Duchess arbeitete wirklich fantastisch. Sie suchte schön im Schilf und hatte ein tolles ‚Lining‘, als ich sie mehrmals quer über den See schickte. Was will man also mehr? 😉 Wieder etwas aufgebaut und besser drauf traten wir dann den 3-stündigen Heimweg an.
Vielleicht klappt es beim nächsten Field Trial ja wieder besser?!

Hier ein paar Impressionen vom Training und dem Revier: