Sèlectif B, Matzenheim (F) am 23.06.2013

Duchess und ich waren im Elsass, genauer in Matzenheim, um dort die „Sèlectif B“ abzulegen. Die bestandene Sélectif B berechtigt Retriever an französichen Field Trials teilzunehmen. Sie besteht aus 4 Aufgaben. Die Markierungen werden ausschließlich mit Dummylauncher bzw. dementsprechenden Adapter für Flinte geschossen. Die Hunde sollten guten Grundgehorsam haben und sicher Wild und Dummies apportieren:

1. Arbeiten aus der Line im Feld: 3 bis 4 Teams stehen in der Line. Neben jedem Hund – angefangen vom rechten Team – wird ein Dummy per Launcher nach vorne in niedrigen Bewuchs geschossen. Dann drehen sich die Teams um 180° und es wird (angefangen vom letzten Team) wieder jeweils ein Dummy neben jedem Hund in höheren Bewuchs/Dickung geschossen. Dann drehen sie die Teams wieder um und das rechte Team arbeitet das erste Dummy. Dabei muss es nicht unbedingt das neben ihm beschossene Dummy sein, allerdings wäre das von Vorteil – grad für die anderen Teams. Findet ein anderer Hund zB. „dein“ Dummy, wäre es sinnvoll, sich auch alle anderen Fallstellen gemerkt zu haben, um deinen Hund ggf. auf das Dummy deines Nachbarn einzuweisen… Nachdem die drei Dummies im niedriegen Bewuchs gearbeitet wurden, drehen sich die Teams und der, der zuletzt gearbeitet hat, holt direkt „sein“ Dummy im hohen Bewuchs (Regeln wie oben!). Dies kann mit oder ohne Leine geführt werden, allerdings berechtigt „mit Leine“ erst mal nur für Field Trials „à la française“ bei denen man sich dann für „à l’anglaise“ qualifizieren kann (diese FT’s werden dann wie in England üblich grundsätzlich ohne Leine geführt).

2. Sitz (1 Minute) mit Hereinrufen und Schuss: der Richter gibt Richtung und Entfernung vor, in denen man mit Hund entweder mit oder ohne Leine „bei Fuß“ läuft. In ca. 35 m gibt der Richter das Signal zum Stehen. Dann dreht man sich um, Hund bei Fuß, lässt ihn sitzen, geht zum Richter. Der Hund soll 1 Minute so verharren. Richter sagt, wann man seinen Hund hereinrufen kann, auf dem Rückweg des Hundes wird ein mal geschossen. Der Hund darf innehalten und gucken, sollte aber dann (auch mit nochmaligem Kommando) kommen.

3. Doppelmarkierung und Verleitmarkierung im Wasser: Das Team steht am Ufer eines Sees, mit Dummylauncher wird eine weite und eine etwas kürzere Markierung auf`s Wasser geschossen. Die Reihenfolge der zu holenden Dummies ist beliebig, allerdings wird meist das nähere geholt, da die Dummies mehr hintereinander als nebeneinander auf dem Wasser liegen. Auf halber Strecke des Rückwegs mit dem zweiten Dummy wirft der Richter eine Verleitung seitlich knapp vor den Hund. Der Hund soll sein Dummy unbeirrt weiter bringen, danach wird er auf die Verleitung geschickt (also insges. 3 Wasserapporte).

4. Einweisen auf eine warme Taube: eine Taube wird vorher nicht sichtbar für den Hund in Dickung gelegt. Der Hund soll dahin eingewiesen werden, finden und selbständig bringen.

Die Prüfung ist entweder „bestanden“ oder „nicht bestanden“, es gibt weder Punkte noch Platzierungen.

Vielen Dank den Organisatoren des RCF-Alsace für den schönen Tag und Guy Matter für das wie immer nette Richten! Es war schön alte Bekannte zu treffen und neue kennen zu lernen!